Die zehn Logistik-Elemente
Im Folgenden finden Sie eine allgemeine Beschreibung der zehn Logistik-Elemente:
1. Wartungsplanung
Wartungsplanung beginnt früh im Anschaffungsprozess mit der Entwicklung des Wartungskonzepts. Sie wird durchgeführt zur Entwicklung und Festlegung von Bedingungen und Aufgaben, die durchzuführen sind, um die Betriebsfähigkeit eines Systems für die Dauer seines Bestands zu erzielen, wiederherzustellen und zu erhalten. Wartungsplanung stützt sich auf LORA (Level of Repair Analysis), einer Analyse des Instandsetzungsniveaus, in Abhängigkeit vom Systembeschaffungsprozess.
Wartungsplanung wird:
· die Maßnahmen und den Support definieren, die notwendig sind, um sicher zu stellen, dass das System die systemspezifischen Betriebsbereitschaftsziele bei minimalen Lebenszyklus-Kosten (LCC) erreicht.
· spezielle Reparatur-Kriterien erstellen, inklusive der Anforderungen an eingebaute Testgeräte (BITE, Built In Test Equipment), Testbarkeit, Zuverlässigkeit und Instandhaltbarkeit; Bedarf an Supportausrüstung; automatische Testgeräte sowie Arbeitskräftequalifikation und Nutzungsanforderungen.
· spezielle Wartungsaufgaben formulieren, die an dem System durchgeführt werden.
· Tätigkeiten und Support definieren, die erforderlich sind, um das System einzusetzen und zu vermarkten.
· Garantie-Erwägungen einbeziehen.
· Das Wartungskonzept muss sicher stellen, dass Arbeitskräfte und Ressourcen umsichtig eingesetzt werden. Wenn das Wartungskonzept ausgearbeitet wird, muss die Analyse der vorgeschlagenen Arbeitsumwelt im Hinblick auf Gesundheit und Sicherheit des Wartungspersonals berücksichtigt werden.
· eine LORA durchführen, um das Support System zu optimieren im Hinblick auf die Lebenszyklus-Kosten, Einsetzbarkeitsziele, Wegwerf-Design, Verteilung der Wartungsaufgaben, Supportgeräte und automatische Testgeräte sowie Arbeitskräfte- und Personalbedarf.
· den Gebrauch von schädlichen Materialien und die Entstehung von Müll minimieren.
2. Versorgungssupport
Versorgungssupport beinhaltet alle Managementaktivitäten, Abläufe und Techniken, die genutzt werden, um die Anforderungen zu bestimmen.
Es dient dazu:
· Supportmaterial und Ersatzteile zu beschaffen.
· Materialien zu katalogisieren.
· Materialien zu erhalten.
· Materialien zu verwahren und einzulagern.
· Materialien an die Orte weiter zu leiten, an denen sie gebraucht werden.
· Materialien auszugeben.
· Abgeleitete Materialien zu entsorgen
· Anfangssystemsupport zu leisten
· Inventar zu beschaffen, zu verteilen und aufzufüllen.
3. Support- und Testgeräte
Das Element Support- und Testgeräte beinhaltet alle beweglichen und unbeweglichen Geräte, die erforderlich sind, um Supportaufgaben durchzuführen, außer den Geräten, die einen integralen Bestandteil des Systems darstellen.
Kategorien für Supportgeräte beinhalten:
· Handhabung und Wartungsgeräte.
· Werkzeuge (Handwerkzeuge und Elektrowerkzeuge).
· Messtechnik und Messgeräte.
· Kalibrierapparaturen.
· Automatische Testgeräte.
· Supportgeräte für Wartung bei an- und ausgeschalteten Maschinen.
· Spezielle Inspektionsgeräte und Depotwartungsanlagen, die alle Geräte und Werkzeuge beinhalten, die erforderlich sind, um die Produktion zusammen zu bauen, auseinander zu nehmen, zu testen, zu warten und zu unterstützen und/oder Depotreparaturen von Endprodukten und Komponenten durchzuführen.
Dieses umfasst auch die Planung und Beschaffung von logistischem Support für diese Geräte.
4. Arbeitskräfte und Personal
Der Aspekt Arbeitskräfte und Personal behandelt die Identifizierung und Beschaffung von Personal mit den Fähigkeiten und Qualifikationen, die erforderlich sind, um ein System während seiner Laufzeit zu bedienen und zu warten. Der Arbeitskräftebedarf wird erschlossen und eine Personalzuweisung getroffen, um den Supportanforderungen während des Lebenszyklus eines Systems zu entsprechen. Der Arbeitskräftebedarf basiert auf den zugehörigen ILS-Elementen und anderen Erwägungen. Oft werden Arbeitsplatzergonomie oder Verhaltensforschung angewendet, um eine gute Mensch-Maschine-Schnittstelle zu gewährleisten. Der Arbeitskräftebedarf basiert darauf, den logistischen Support-Auftrag auf die effizienteste und ökonomischste Art und Weise zu erfüllen. Dieses Element beinhaltet Auflagen während des Planungs-und Entscheidungsprozess, um Zahlen, Fähigkeiten und Arbeitsplätze zu optimieren.
Dieser Bereich berücksichtigt:
· Mensch-Maschine- und Umwelt-Schnittstelle.
· Besondere Fähigkeiten.
· Arbeitsplatzergonomie-Erwägungen während des Planungs- und Entscheidungsprozesses.
5. Training und Trainingsgeräte-Support
Training und Trainingsgeräte-Support umfasst die Prozesse, Abläufe, Techniken, Trainingsgeräte und Ausrüstung, die verwendet werden, um Personal auszubilden, ein System zu bedienen und zu unterhalten. Dieses Element definiert qualitative und quantitative Bedingungen für das Training von Bedien- und Supportpersonal während des Lebenszyklus eines Systems.
Es beinhaltet Bedingungen für:
· Kompetenzenmanagement.
· Betriebstraining
· Ausbilder und Kernpersonal-Training
· Trainingsteam für neue Geräte
· Training im Rahmen eines Praktikums
· Erhaltungstraining
· Nutzertraining
· Training zur Entsorgung von Gefahrgütern und zum Einhalten sicherer Abläufe
Eingebettete Trainingsgeräte, Funktionen und Komponenten werden entworfen und in ein spezifisches System eingebaut, um Training oder Hilfe in der Anwendung des Systems anzubieten. (Ein Beispiel hierfür sind die HILFE-Dateien vieler Software Programme.) Das Design, die Entwicklung, Lieferung, Installation und der logistische Support der erforderlichen eingebetteten Trainingsfunktionen, Modelle, Simulatoren und Trainingshilfen sind ebenfalls enthalten.
6. Technische Daten
Technische Daten und technische Publikationen bestehen aus wissenschaftlichen oder technischen Informationen, die notwendig sind, um die Systemanforderungen in eigenständige technische und logistische Support-Dokumentation zu übersetzen. Technische Daten werden genutzt bei der Entwicklung von Reparaturanleitungen, Wartungshandbüchern, Nutzerhandbüchern und anderen Dokumenten, die verwendet werden, um das System zu bedienen und zu unterhalten.
Technische Daten beinhalten, aber sind nicht eingeschränkt auf:
· Technische Handbücher.
· Technische Berichte und Leistungsberichte.
· Anleitung zur Transportierbarkeit.
· Wartungsaufwandobergrenzen und Kalibirierungsabläufe.
· Reparaturteile und Werkzeuglisten.
· Wartungsvergabecharts.
· Präventive Wartungsinstruktionen.
· Zeichnungen/Spezifikationen/Technische Datenpakete
· Softwaredokumentation.
· Beschaffungsdokumentation.
· Arbeitsanforderungen für Depotwartung.
· Identifikationslisten.
· Komponentenlisten.
· Produkt-Supportdaten.
· Liste flugsicherheitskritischer Teile für Flugzeuge.
· Hub- und Befestigungsmerkblatt/Referenzen.
· Gefahrgutdokumentation.
7. Computer Ressourcen Support
Computer Ressourcen Support beinhaltet Anlagen, Hardware, Software, Dokumentation, Arbeitskräfte und Personal, welche gebraucht werden, um Computer-Systeme zu bedienen und zu erhalten und die Software innerhalb dieser Systeme. Computer Ressourcen beinhalten sowohl eigenständige als auch eingebettete Systeme. Dieses Element wird üblicherweise geplant, entwickelt, eingearbeitet und überwacht durch eine Computer Ressourcen Arbeitsgruppe (Computer Resources Working Group (CRWG)) oder ein Computer Ressourcen Integriertes Produkt Team (Computer Resources Integrated Product Team (CR-IPT)), die den Ansatz dokumentieren und den Fortschritt mithilfe eines Computer Ressourcen Lebenszyklus Management Plans (Computer Resources Life-Cycle Management Plan (CRLCMP)) verfolgen. Entwickler werden sicherstellen müssen, dass Planungsaktivitäten und Strategien, die im ILSP und CRLCMP enthalten sind, sich ergänzen und dass Computer Ressourcen Support für Betriebssoftware und Software automatischer Testgeräte, inklusive Support Software, verfügbar ist, wo und wann sie gebraucht wird.
8. Verpackung, Handhabung, Lagerung und Transport (Packaging, Handling, Storage,
Transportation (PHS&T))
Dieses Element beinhaltet Ressourcen und Abläufe, um zu gewährleisten, dass alle Geräte und Supportartikel in angemessener Weise für kurz- und langfristige Anforderungen geschützt, gepackt, gestapelt, markiert, gehandhabt, transportiert und gelagert werden. Es erfasst Materialhandhabungsgeräte und Verpackung, Handhabungs- und Lagerbedingungen und Vorpositionierung von Material und Einzelteilen. Auch bezieht es Bedingungen für den Erhalt und für Verpackungsebenen und Lagerbedingungen (z.B. empfindliche, geheime/geschützte und der Kontrolle unterliegende Gegenstände) ein. Dieses Element enthält die Planung und Programmierung der Details, die mit der Bewegung eines Systems in seiner Transportkonfiguration an seine Endstation über verfügbare und zum Gebrauch freigegebene Transportmittel und Netzwerke zusammenhängen. Darüber hinaus umfasst es die Ermittlung kritischer technischer Design-Parameter und Einschränkungen (z.B. Breite, Länge, Höhe, Komponenten- und Systembewertung und Gewicht), die während der Systementwicklung berücksichtigt werden müssen. Zollbedingungen, Luft- und Zugtransportbedingungen, Containerüberlegungen, besondere Transportvorkehrungen, Mobilität und Einfluss der Transportmittel auf den Transportmodus oder den vertraglich verpflichteten Transportdienstleister müssen sorgfältig geprüft werden.
PHS&T-Planung muss berücksichtigen:
· Systemeinschränkungen (wie Designspezifikationen, Artikelkonfiguration und Sicherheitsvorkehrungen für Gefahrgut).
· Spezielle Sicherheitsanforderungen.
· Geographische und umweltbezogene Bedingungen.
· Spezielle Handhabungsgeräte und Abläufe.
· Einfluss auf die Lagerbedingungen von Ersatz- oder Reparaturteilen.
· Aufkommende PHS&T-Technologien, -Methoden oder Abläufe und ressourcenintensive PHS&T-Abläufe.
· Umweltspezifische Auswirkungen und Einschränkungen.
9. Anlagen
Das logistische Element Anlagen besteht aus verschiedenen Planungsaktivitäten, die darauf ausgerichtet sind zu gewährleisten, dass alle erforderlichen permanenten oder semi-permanenten Betriebs- und Supportbereiche (zum Beispiel Training, Feld- und Depotwartung, Lagerung, Betrieb und Überprüfung) zum Zeitpunkt der Systemeinführung zur Verfügung stehen. Die Planung muss umfassend sein und die Notwendigkeit für Neukonstruktion ebenso beinhalten wie die Modifikation bereits existierender Anlagen. Die Erstellung einer Anlage kann fünf bis sieben Jahre in Anspruch nehmen von der Formulierung des Konzepts bis zur Inbetriebnahme durch den Nutzer. Zusätzlich beinhaltet es Studien, um die Auswirkungen auf die Lebenszykluskosten, Finanzierungsbedingungen, Anlagenorte und verbesserungen, Platzanforderungen, Umwelteinwirkungen, Dauer oder Häufigkeit des Gebrauchs, Schutz und Gesundheitsnormenanforderungen sowie Sicherheitsanforderungen zu definieren und zu erstellen. Ebenfalls einbezogen werden jegliche Versorgungsanforderungen sowohl für unbewegliche wie für bewegliche Anlagen, wobei der Schwerpunkt darauf liegt, den Bedarf an seltenen oder einzigartigen Ressourcen einzuschränken.
10. Design-Schnittstelle
Die Design-Schnittstelle ist die Beziehung zwischen logistischen Design-Systemparametern zu den vorgesehenen oder tatsächlichen Supportressourcenbedingungen. Diese Design-Parameter werden eher in Form von Betriebsfähigkeit ausgedrückt und weniger als inhärente Werte und beziehen sich ausdrücklich auf Systembedingungen und Systemsupportkosten. Programme wie "Testbarkeitsdesign" und "Wegwerfdesign" müssen während des Systemdesigns berücksichtig werden. Die wesentlichen Punkte, die als Teil des Designs betrachtet werden müssen, beinhalten:
· Verlässlichkeitsanforderungen.
· Instandhaltbarkeitsanforderungen.
· Normanforderungen.
· Interoperabilitätsbedingungen.
· Schutzanforderungen.
· Sicherheitsanforderungen.
· Nutzungsanforderungen.
· Umwelt- und Gefahrgüterbestimmungen.
· Datenschutzbestimmungen, insbesondere für Computer-Systeme.
· Rechtliche Bestimmungen.
Der Erfolgsweg in Prozessgestaltung und Bearbeitung wurde im Laufe der Jahre stetig perfektioniert und wird auch weiterhin an die wachsenden Anforderungen der Industrie angepasst. Die Nachfolgende Grafik verdeutlicht den Erfolgsweg von LGM im Bezug auf Integrated Logistic Support (ILS).